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Unser Medienhaus
im Herzen von Hamm
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Wir gratulieren.


Das Team von Polster Aktuell
gratuliert ganz herzlich
zum Neubau des Medienhauses
Westfälischer Anzeiger
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Ausgrabungen auf WA-Gelände: Stadtgeschichte bereichert

Neubau

Und findet: Die Hammer Stadtgeschichte wurde damit um einige Aspekte bereichert.

Spuren aus der Zeit der Stadtgründung, der ersten Häuser, einer verheerenden Brandkatastrophe und von bürgerlicher Wohnbebauung dokumentieren die wechselvolle Entwicklung der Stadt Hamm. Mit den Untersuchungen auf dem Gelände des Westfälischen Anzeigers an der Königstraße, die jetzt beendet wurden, haben die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die Stadtgeschichte und die Archäologie um einige Aspekte ergänzt. 

Die Archäologen machten Funde, die den individuellen Alltag der Menschen in der mittelalterlichen Stadt erhellen. Dazu gehört die Sohle eines Kinderschuhs ebenso wie die vielen Spinnwirtel für die Herstellung von Spinnfäden und Scherben der Gebrauchskeramik aus den Küchen sowie von den Speisetafeln.

Dass ein Stück Stadtgeschichte ausgerechnet dort im Boden liegt, wo das größte Medienhaus in Hamm seinen Sitz hat und nun erweitern will, passt für Prof. Dr. Michael Baales, Leiter der Olper Außenstelle der LWL-Archäologie für Westfalen, bestens: „Hier treffen vergangene und gegenwärtige Geschichte an einem Ort aufeinander – das ist auch für uns als Archäologen ein spannender Zufall“. 

Auf gerade einmal 400 Quadratmetern Fläche öffnete sich für die Archäologen ein Zeitfenster. Zwei Meter mächtige Erdschichten wurden freilegt, die weit zurück in die Vergangenheit der Stadt Hamm reichen. Im Boden zeichneten sich die Epochen der Moderne, der Frühen Neuzeit, des Spätmittelalters und der Zeit der Stadtgründung im 13. Jahrhundert deutlich ab.

Eine unter der frühneuzeitlichen Bebauung liegende, großflächige Brandschicht begeisterte die Archäologen besonders. Schließlich belegen Holzkohle und verziegelter Flechtwerklehm, dass hier ein komplettes Haus abgebrannt war. Unter der Brandschicht fanden sich die verkohlten Schwellbalken und Lehm-Estriche. 

„Anhand der Schwellbalken konnten wir die einstige Größe des vom Feuer vernichteten Hauses rekonstruieren“, erläutert Wolfram Essling-Wintzer, Mittelalter- und Neuzeitexperte der LWL-Archäologie für Westfalen. Die während des Brandes auf den Fußboden gestürzten und nun geborgenen Keramikgefäße lassen sich gut datieren. Sie beweisen, dass der vernichtende Brand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gewütet haben muss.

Das Haus gehörte zu den ersten Niederlassungen in diesem Areal. Damals wurde die Stadt, deren Kern nordwestlich am südlichen Lippeufer lag, in diesem Gebiet erweitert. „Unter den Funden der Ausgrabung ist ein vollständig erhaltener Kugeltopf besonders interessant“, so Essling-Wintzer.

Die archäologischen Erkenntnisse untermauern das, was die Archäologen und Historiker bereits über die 1226 von Graf Adolf von Altena-Mark gegründete Stadt Hamm wissen. Sie wurde planmäßig mit drei Hauptstraßen und dazu im rechten Winkel gebauten Nebenstraßen angelegt.

Zu einer dieser Hauptstraßen gehört die Königstraße, die zuvor Löhrstraße hieß und ihren neuen Namen von einem hier ansässigen Bürger erhalten haben soll. Es wurde nicht sofort die spätere Stadtfläche besiedelt. Im 13. Jahrhundert erfolgte vielmehr eine allmähliche Aufsiedlung. Erst Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die Stadtmauer errichtet. - WA

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